Hallo Jurek und alle anderen,
Für viele ist es eine wichtige Frage, ob Ausschneiden, Kopieren, und
Einfügen einfach mit der linken Hand eingegeben werden kann, was mit Neo
(und vielen seiner Derivate) möglich ist, mit AdNW (und den meisten
seiner Derivate) nicht. Dass jemand, der seine Belegung ändern kann, auch
dafür eine Lösung findet, lasse ich nicht gelten, da sehr viele nur
einfach die Belegung wechseln möchten und dann nicht noch händisch
Sekundärprobleme lösen.
Dem stimme ich zu. Viele hier sind zwar fähig, oder würden mit Hilfe von
anderen ihre eigene Variante eines Layouts hinbekommen. Aber mein Eindruck
ist, dass gerade die Gruppe der Mailinglisten-Teilnehmer schon eine nischige
Expertengruppe in dieser Nische ist, weil auch die Teilnahme an der ML
bereits … aber lassen wir das hier, das ist ein eigenes Thema.
Vermutlich ist es nicht verkehrt zu behaupten, dass die Nur-Nutzer, die sich
nie oder kaum irgendwo für Support oder weitere Beteiligung am Projekt
melden, die deutliche Mehrheit bilden. Wenn es nur ein Treiber ist, eine
Einstellung, ein kleines Tool, dann läuft das neue Layout ohne weitere
Basteleien, und das ist am Wichtigsten für alle, denen wir so etwas anbieten
wollen. Diesen Status sollten wir erhalten für das, was mal ein
Neo-Nachfolger sein mag.
Als wir damals die vierte Ebene gestaltet haben, haben wir nicht daran
gedacht, Cut, Copy, Paste dort prominent unterzubringen, da der Gewinn
für Neo mit X,C,V auf der linken Hand ja minimal gewesen wäre.
Das Los der Überheblichkeit („Neo2 ist das bestmögliche Layout“) ;)
Bestimmt hatte jemand daran gedacht, denn teilweise wurde es auch umgesetzt:
auf Ebene 4 gibt es „Einfügen“, nur kein Ausschneiden oder Kopieren. Leider
liegt es auf der bisherigen Position des Qwertz-C, nicht -V.
Mod4+Tabulator = Ausschneiden/Strg+X
Mod4+CapsLock = Kopieren/Strg+C
Mod4+Umschalten = Einfügen/Strg+V
Auf den allerersten Blick erscheint das wie eine sinnvolle Ergänzung:
- alle drei Funktionen sind neben- bzw. übereinander (in gewohnter
Reihenfolge)
- konsistente Kombinationen
- linksgetippt
- belegt scheinbar bislang „leere“ Plätze
In meinem Kopf ratterte es beim Lesen schon bei der Frage, ob das technisch
geht, ob das nur eine kleine Ergänzung ist im Code, ob man sich da evtl.
Probleme mit einhandelt. Und du bist auch direkt darauf eingegangen, was
mich zu den Nachteilen und den „empörten Gegenargumenten“ bringt:
- aufwendigere technische Umsetzung (wenn auch mit bspw. Reneo denkbar)
- Funktion überdeckt Modifier-Funktionalität --> Mod-Tap notwendig
Mod-Tap (auch in Abwandlungen bekannt als Hold-Tap, Layer-Tap – hängt von
der exakten Definition ab, aber bezeichnet im Grunde dasselbe) ist nicht
trivial, weder von der Umsetzung, noch von der Nutzung. Es bezeichnet eine
Taste (oder hier eine Tastenkombination), die beim Gedrückthalten einen
Modifier/Ebenenwechsel startet, wie bspw. Mod6. Aber wenn man sie „tappt“,
d.h. drückt und wieder loslässt, ohne dazwischen eine weitere Taste gedrückt
zu haben, ändert sich der Output zu einem Zeichen oder Key oder wie in
diesem Fall, einer Systemfunktion.
Der entscheidene Nachteil ist aus meiner Sicht der Wirkzeitpunkt: die
erwartete Reaktion tritt nicht mehr auf, wenn ich die eine Taste drücke,
sondern wenn ich sie wieder loslasse. Das sorgt für eine Verzögerung, und
man muss sich doch schon dran gewöhnen. Neben dem Zeitpunkt spielt auch eine
Rolle, dass eine Taste/kombination nun zwei unterschiedliche Ergebnisse
haben kann, je nachdem was ich anschließend wann tippe.
(Bei den ausgefeilteren Umsetzungen in QMK oder ZMK für programmierbare
Tastaturen gibt es noch Optionen wie minimale/maximale Wartezeit, um besser
unterscheiden zu können, welches Ergebnis vom Tipper beabsichtigt ist. Das
brauchen wir hier eher nicht, aber wäre als Umsetzung in Reneo
komplizierter.)
Man kann Mod-Tap (wenn man Reneo nutzt) auch schon heute austesten mit dem
Einhandmodus. Der verwendet die Space-Taste auf diese Weise: gedrückt
gehalten sorgt sie dafür, dass die Ebenen gespiegelt wird, so dass man mit
nur einer Hand Zeichen von beiden Seiten der Tastatur tippen kann. Dafür
aber wird ein Leerzeichen, wenn man es tippen will, erst beim Tap, also beim
Loslassen gesendet. Ich finde das sehr gewöhnungsbedürftig und entspricht
nicht einer Erwartung von Drücken=Aktion.
Die technische Umsetzung wird mit Reneo gelingen. Es wäre mal wieder ein
Spezialfall … aber ok. Ob das in dieser Form aber auch für Linux oder gar
Mac-Systeme klappt, daran habe ich ein paar Zweifel.
## Alternativer Vorschlag
An dieser Stelle mache ich einen noch unerhörteren Vorschlag: wie wäre es,
die Ebene 4 abzuändern und tatsächlich die drei Funktionen im Hauptfeld
unterzubringen? Am besten sogar an dieselben Stellen, wo sie bislang bei
Qwertz beheimatet sind.
- Ausschneiden auf Mod4+X (dort liegt aktuell ein Tabulator)
- Kopieren auf Mod4+C (aktuell liegt dort „Einfügen“)
- Einfügen auf Mod4+V (aktuell: Entertaste)
Für den Tabulator frage ich mich, warum man ihn damals dort überhaupt
hingepackt hat. Es gibt bereits die normale Tab-Taste, die nicht wirklich
weiter weg liegt. Diese ist auf E1 und E4 gemappt. Dann gibt es noch einen
Tabulator auf E4+„8“ (Ziffernreihe) und einen auf E4+Numlock auf dem Numpad.
Ich sehe nicht, warum man vier (bzw. fünf) Plätze für dieselbe Funktion
braucht.
Die Taste daneben wird bereits genutzt und würde nur ein Feld nach rechts
wandern.
Bleibt noch Enter. Ich sehe den Nutzen in gewisser Weise, aber ist es hier
wichtiger als die Kopierfunktionen? Primär würde ich Enter als sinnvoll
erachten für Zahleningaben mit dem E4-Numpad. Von diesem ist das normale
Enter aber auch nicht allzu weit entfernt.
Diese Lösung hat auch wiederum Vor- und Nachteile:
Pro:
- identische Anordnung wie bei Qwertz
- selbes Tippverhalten (kein Mod-Tap)
- umsetzbar in allen Betriebssystemen
Kontra:
- entfernt zwei Funktionstasten aus der 4. Ebene, vor allem Enter
Ich bin gespannt, was ihr hierzu sagt.
qwertfisch
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