Hallo Jörg,

ich möchte einmal die Frage aufwerfen, wozu das Projekt und seine
deutschsprachige Community dient.

Weder Projekt noch Community sind meine Ansicht nach Selbstzweck. Dies
entspricht IMO nicht unseren Ansprüchen und auch nicht der Realität.

Wir machen eine Freie Officesuite, damit sie von Menschen verwendet
wird. Auch wenn sie professionellen Ansprüchen genügen soll, ist sie
doch nicht nur für Profis bestimmt, sondern für jedermann.

Leider sind diese Menschen oft keine IT-Profis, sondern Mewbies und
DAUs. Manche sind auch schlicht nicht in der Lage zu erkennen, dass ein
Problem nicht im Code von Apache OpenOffice begründet, sondern zwischen
ihren Ohren beheimatet ist.

Wer sich User-Support für Apache OpenOffice machen will, muss sich auf
solche Menschen einlassen. Wenn er dies nicht kann oder will, gibt es
sogar oder vor allem unter dem Apache-"Dach" genügend Projekte, die sich
an IT-Profis richten, denen man mit einem fröhlichen "RTFM" antworten kann.

Du hast auch die Entscheidung mitgetragen, dass diese Liste "dev-de@ ...
" heißt, was Missverständnisse über den Sinn und Zweck dieser Liste bei
denen hervorrufen muss, die die historische Entwicklung der
OpenOffice-Projektes, vor allem seiner deutschsprachigen Community,
nicht so kennen wie Du und ich.

Da nicht nur für unsere deutsche Bundeskanzlerin das Internet "Neuland"
ist, müssen wir auch mit Menschen umgehen, die bevor sei eine Frage an
die users-de@ richten oder einen vermeintlichen Fehler an die dev-de@
melden wollen (die hierfür ja gar nicht so falsch ist, wie die
Reaktionen auf Daves Posting zeigen), nicht Foren, den Bugtracker, die
Listenarchive etc. abgesucht haben, bevor sie sich melden.

Wer z.B. zu "dumm" ist, Apache OpenOffice unter seinem Betriebssystem zu
installieren, es aber nutzen will, der hat subjektives ein gewaltiges
Problem, mit dem er sich vertrauensvoll an uns wendet. Ihm dann
mitzuteilen, wie unfähig und lästig er sei, scheint mir keine adäquate
Reaktion zu sein.

Ich bin der Ansicht, dass wir auch diese Menschen freundlich behandeln
sollten, ohne dass hierdurch zwangsläufig unsere Listen "kaputtgemacht"
werden.

Klar ist es lästig, die gleiche Frage zum x-ten Male zu beantworten,
aber dafür gibt es Copy-and-Paste. Das Gleiche gilt für die notwendigen,
immer wiederkehrenden Fragen nach dem Betriebssystem etc..

Ich bin der Meinung, dass Freundlichkeit und Höflichkeit weder unserem
Projekt noch der Community schaden. Beides sind nämlich Ausdruck der
Respekts gegenüber anderen Menschen - auch in seiner Begrenztheit.

Auch auf Regeln kann freundlich aufmerksam machen, wenn man in der Lage
ist ihren Sinn und Zweck zu vermitteln.

Gerade den IT-Profis unter uns kann es doch nicht zum Schaden sein, wenn
sie neben Seriösität und Kompetenz auch Freundlichkeit und
Hilfsbereitschaft ausstrahlen.

Auch Arroganz und überzogenes Anspruchsdenken kann freundlich in seine
Schranken gewiesen werden.

Natürlich kann nicht jeder zu jeder Zeit und zu jedem Anlass freundlich
sein. Es braucht aber auch nicht jeder auf jedes Posting zu beantworten.
Gerade bei den DAU- und Newbiepostings finden sich doch meist mehrere
Leute, die bei dem angesprochenen Problem weiterhelfen können.

Ja, ich bin dafür, dass wir untereinander zu gegebenem Anlass auch
"Klartext" miteinander reden, auch das kann Ausdruck unseres Respekts
sein, aber Newbies und DAUs sind halt noch nicht "satisfaktionsfähig".

Gruß
Michael


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