Am 02.01.2004 22:17 schrieb Hartmut Pilch:
Wen sollen diese S�uerungsreaktionen interessieren?

Sie sind wohl kaum naturgegeben sondern h�ngen mit pers�nlichen Einstellungen und vielleicht mit momentanen Launen zusammen.

Nun, kannst Du n�her erl�utern, was Deiner Ansicht nach naturgegeben ist?

Z.B. Schmerz oder Abneigung gegen naechtlich anklopfende Geheimpolizei.

Ersteres kann ich nachvollziehen, letzteres nicht mehr. Wieso sollte ich gegen die "Geheimpolizei" Abneigung empfinden, sie tun nur ihren Job und wenn es dazu geh�rt, dass sie dazu nachts bei mir anklopfen, dann find ich das OK. Ich habe ja nichts zu bef�rchten, da ich kein Verbrecher bin. Sollten sie bei dieser Aktion aber einen tats�chlichen Verbrecher fangen, dann war das ganze doch eindeutig gerechtfertigt, oder nicht?

Die Menschenrechte sind z.B. zwar nicht per se naturgegeben, doch
hat man sich wohl irgendwo darauf geeinigt, dass jeder Mensch sie
von Natur aus besitzt.

Ein etwas widerspruechlicher Satz.

Ich habe ihn genau deshalb so formuliert, weil mir nicht klar war, ob Du sie als naturgegeben ansiehst oder nicht. Sie waren ja nicht "die ganze Zeit" da, sondern man hat sie nachtr�glich als Grundlage des menschlichen Zusammenlebens verabschiedet. Schmerzempfinden ist naturgegeben. Die Menschenrechte wurden erkl�rt um klarzustellen, dass sie jeder Mensch von Anfang an ("von Natur aus") hat, sie sind aber wohl nicht eindeutig naturgegeben, denn sie waren ja nicht vor Erkl�rung der Menschenrechte per se f�r alle g�ltig, sind sie ja heute auch nur in der Theorie, IMO.

Man kann mit "Natur" und "Gesellschaftsvertrag" aber durchaus ganz
gut fuer MR argumentieren, ohne beide in Widerspruch zueinander zu
bringen.

Es ging mir nur um den Begriff "naturgegeben".


Sobald ich aus meinem Haus trete ist ja nicht automatisch auch
meine Privatsph�re aufgegeben, oder mein Privatleben abgeschafft.
Auch T�tigkeiten in der �ffentlichkeit k�nnen Privatcharakter
haben, und genau dann greifen wiederum die Menschenrechte, n�mlich
dass niemand willk�rlich in mein Privatleben eingreifen darf. Ich
sehe es nicht als v�llig abwegig an wenn daraufhin jemand der
Ansicht ist, dass es ein Eingriff in sein Privatleben darstellt,
wenn er einfach so bei allen seinen T�tigkeiten in der
�ffentlichkeit aufgenommen wird.

Sicherlich stellt das einen Eingriff dar.


Die Frage ist, wie schwer der Eingriff ist und ob er durch das
verfolgte Ziel zu rechtfertigen ist.

Richtig. Wo wir uns dann langsam der Diskussion n�her. Entweder sind mir die Ziele des Eingriffs nicht klar (z.B. weil sie nirgens beim Namen genannt worden sind, oder nur durch "�ffentliche Sicherheit und Ordnung" spezifiziert werden) oder ich kann davon ausgehen, dass diese Ziel dadurch nicht erreicht wird(/werden kann). Teilweise ist es aber auch schlichtweg unverh�ltnism��ig.

Das einige Politiker bisher auch nicht auf die Experten zu h�ren scheinen, hat sich sp�testens in der Diskussion um das neue Polizeigesetz in Niedersachsen gezeigt.

Wenn Meinungen nicht dem Bauchgefuehl der Klientel entsprechen, ist es politisch riskant, sich dafuer zu interessieren.

Jede Aktivit�t ist auf irgendeine Art und Weise politisch riskant. Um meine Aussage oben besser nachvollziehen zu k�nnen, ist es vielleicht hilfreich im entsprechenden Protokoll (vom 29.10.2003, 15. Plenarsitzung) zu bl�ttern und von dort ausgehend weiterzuforschen.

Deshalb ist es auch so schwer, die Bedeutung von Studien wie der vom
Economist berichteten richtig einzuschaetzen.

Was Du (mir?) jetzt damit sagen willst, ist mir leider unklar.


--
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