Lieber Duracell,

Am 6. Juli 2012 17:34 schrieb duracell <[email protected]>:

> Am 6. Juli 2012 16:59 schrieb Paul Meyer-Dunker
> <[email protected]>:
> > Meine Frage ist: Teilt ihr das in der Mehrzahl so? Wenn dem so ist würde
> ich
> > gerne bis morgen Abend nen Artikel zu dem Thema schreiben. Das würde ich
> > aber nur machen wenn wir uns einig sind dass das Unsinn ist und wir was
> dazu
> > veröffentlichen wollen. Heute werde ich nicht mehr dazu kommen, aber
> morgen
> > sitz ich 9 Stunden in der Bahn und kann da Dinge tun, wenn einige von
> euch
> > schon anfangen wollen was zu machen natürlich auch sehr gerne.
>
> Hallo Paul,
>
> ich widerspreche deiner Meinung total. Aus viel eigener Erfahrung kann
> ich dir sagen, dass die meisten Jugendlichen ein Gerichtsprozess nicht
> interessiert, da er viel zu spät kommt und die Urteile meistens (bei
> zigfachen Straftaten) viel zu lasch ausfallen.

Hier gibt es gleich mehrere Aspekte auf die Eingehen möchte. Dass Prozesse
teilweise sehr weit weg von der eigentlichen Normüberschreitung liegen hat
nichts mit dem Warnschussarrest zu tun.
Auch die Aussage dass Urteile zu lasch ausfallen empfinde ich als schwer
nachvollziehbar. Inwiefern sind sie denn zu lasch? Längere Haftstrafen und
höhere Höchststrafen? Oder zu viele Aussetzungen zur Bewährung? Selbst wenn
Strafen zur Bewährung ausgesetzt werden sind diese des Weiteren mit
wichtigen, verpflichtenden Auflagen verbunden.
Was ist für dich denn der Sinn des Jugendstrafrechts? Ist dir bewusst dass
im Jugendstrafrecht darum geht Jugendliche in den Einzelfällen zu bessern?
(pädagogische Maßnahmen)
Gerade in dieser Phase halte ich es nicht förderlich für die
Persönlichkeitsentwicklung des noch in der Entwicklung befindlichen
Jugendlichen ihn "präventiv" als Warnschuss zu inhaftieren. Ich halte das
für den völlig verkehrten Ansatz, häufig wird sogar Gegenteiliges erreicht.


> Dadurch treiben sie es
> weiter, bis es irgendwann zur (langen) Haftstrafe kommt.
>
Sie "treiben es also immer weiter" weil man sie nicht "präventiv" in den
Knast gesteckt hat? Srsly? Natürlich brauch es Maßregeln zur Besserungen
des Jugendlichen Straftäters. Mir fallen da aber viel, viel bessere
Maßnahmen ein als jemanden für bis 4 Wochen im Jugendknast zu warnen. Das
verkennt völlig den pädagogischen Ansatz des Jugendstrafrechts (den ich für
völlig richtig halte)

Die Idee finde ich daher ziemlich gut, die Ausführung aber eher naja.
> Ich würde erstmal ein Gespräch und Führung, sowie kurzer
> (freiwilliger) Einsperrzeit bevorzugen (Zumindest von dem was ich
> darüber gehört habe) .
>
Ich halte es für sinnvoll alles dafür zu tun Maßnahmen zu finden die es
sinnvoll vermeiden dass Jugendliche jemals in Kontakt mit solchen
Haftanstalten kommen, da dort in meinen Augen völlig neue Probleme
entstehen können.

Man muss auch immer überlegen, wer davon betroffen wäre. Wenn jemand
> immer wieder Leute schwer verletzt und im Erwachsenenstrafrecht
> vielleicht jahrelang weggesperrt wird, dann ist ein Warnschuss sicher
> eine Sache, die zu überlegen wäre.
>
Betroffen sind Jugendliche, wer immer wieder Leute schwer verletzt bekommt
eine Jugendstrafe die ihn in Haft bringen wird. Inwiefern auch bei
notorischen Straftätern jetzt ein Warnschussarrest helfen soll ist mir
schleierhaft.
Dieser ganzen Idee liegt der falsche Gedanke zugrunde dass man durch die
Verdeutlichung der Straferwartung die Leute abschrecken kann. Das spielt
vielleicht bei Steuerhinterziehern eine Rolle, aber sicher nicht bei
Jugendlichen Straftätern bei denen der Ursprung ihrer Delinquenz aus ihren
sozialen Bedinungen und Umfeld heraus entstehen. Das verkennt die Probleme
von vorne bis hinten und setzt an völlig falschen Stelle an.

>
> -duracell
>

lg Paul

> --
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